by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)
Frühling auf dem Lande
Language: German (Deutsch)
Und wenn die Primel schneeweiss blickt am Bach aus dem Wiesengrund, und wenn von Baum die Kirschblüth' nickt, und die Vöglein pfeifen im Wald allstund, da flickt der Fischer das Netz in Ruh, denn der See liegt heiter im Sonnengranz; da sucht das Mädel die rothen Schuh, und schnürt das Mider sich eng zum Tanz, und denket still, und denket still, ob der Liebste nicht kommen will. Es klinget die Fidel, es brummt der Bass, der Dorfschutz sitzet im Schank beim Wein, die Tänzer dreh'n sich ohn'Unterlass an der Lind' im Abendschein, und geht's nach Haus um Mitternacht, Glühwürmchen trägt das Laternchen vor da küsset der Bube sein Dirnel sacht, und sagt ihr leis' ein Wörtchen in's Ohr, sie denken beid', sie denken beid': O du selige, fröhliche Maienzeit!
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by (Joseph) Joachim Raff (1822 - 1882), "Frühling auf dem Lande", op. 184 (6 Lieder) no. 3 (1870-3), published 1873 [ vocal trio for 2 sopranos and alto with piano ] [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Andrew Schneider [Guest Editor]
This text was added to the website: 2008-10-18
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