by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896)
Frühlingsgespenster
Language: German (Deutsch)
Ich saß noch spät in meinem Zimmer Studierend bei der Lampe Schimmer Und ob mein Auge müd'und matt Wandt'ich doch emsig Blatt um Blatt Da klopft'es plötzlich an mein Fenster Ich glaube zwar nicht an Gespenster Doch, weil gar hoch mein Fenster war Schien mir das Klopfen wunderbar Ich spähte in die nächt'gen Räume Der Mond schien freundlich durch die Bäume Tief unten schlug die Nachtigall Sonst tiefes Schweigen überall Doch kaum saß ich zu lesen nieder So klopft'es auch vernehmlich wieder Weit macht'ich nun die Fenster auf Und ließ den Klopfern freien Lauf Und plötzlich schwärmten durch die Fenster Zwei braune surrende Gespenster; - Maikäfer waren's, die's verdross Dass ich im Zimmer mich verschloss Dass ich mich über Büchern härmte Genießend nicht, wie sie, durchschwärmte Die linde, weiche Maiennacht Voll Blütenduft und Sternenpracht
Text Authorship:
- by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896), "Frühlingsgespenster" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Felix Paul Weingartner (1863 - 1942), "Frühlingsgespenster", op. 19 no. 4 (1894), published 1896 [ voice and piano ], from Hilaria. Sechs heitere Lieder, no. 4, Berlin, Fürstner [sung text not yet checked]
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2007-11-22
Line count: 24
Word count: 133