by Gustav Pfarrius (1800 - 1884)
Saß ein Fink' in dunkler Hecke
Language: German (Deutsch)
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Saß ein Fink' in dunkler Hecke, Sah der Wolke lichten Saum, Flog heraus aus dem Verstecke Auf den lichten Tannenbaum; Weite Aussicht wollt' er haben Ueber Berg und über Thal, Und sich brüsten und sich laben In dem goldnen Sonnenstrahl; Kam ein Raubthier hergeflogen Von des Felsen grauem Thurm, Schwebte hoch in stillen Bogen, Fuhr herab wie Wettersturm; Hat den Finken in die Gabel Seiner Krallen festgepackt, Hat ihm mit gekreuztem Schnabel Beide Aeuglein ausgehackt; War der Jäger schnell gekommen, Wo der Blinde zuckend lag, Hat zur Pfleg' ihn aufgenommen, Doch zu ihm der Finke sprach: Kann ich nicht den Tag mehr sehen, Den gegrüßt mein frohes Lied, Will ich gern zu Grabe gehen; Sprach der Finke und verschied.
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Confirmed with Gustav Pfarrius, Die Waldlieder, Köln: Verlag der M. DuMont-Schonberg'schen Buchhandlung, 1850, page 58
Text Authorship:
- by Gustav Pfarrius (1800 - 1884), "Vom Finken", appears in Waldlieder, first published 1850 [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Karl Heinrich Carsten Reinecke (1824 - 1910), "Vom armen Finken im Baumeszweig", op. 37 (Acht Kinderlieder) no. 8 [ voice and piano ] [sung text not yet checked]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Guest Editor]
This text was added to the website: 2007-09-29
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