Wo ist der kleine Jakob geblieben? Hatte die Kühe waldein getrieben, Kam nimmer wieder, Schwestern und Brüder Gingen ihn suchen in'n Wald hinaus -- Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus! Wohin ist der kleine Jakob gegangen? Hat ihn ein Unterird'scher gefangen, Muß unten wohnen, Trägt goldne Kronen, Gläserne Schuh, hat ein gläsern Haus. Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus! Was macht der kleine Jakob da unten? Streuet als Diener das Estrich mit bunten Blumen und schenket Wein ein, und denket: Wärst du wieder zum Wald hinaus! Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus! So muß der kleine Jakob dort wohnen, Helfen ihm nichts seine güldenen Kronen, Schuhe und Kleider, Weinet sich leider -- Ach! armer Jakob! -- die Aeuglein aus. Kleiner Jakob, kleiner Jakob, komm' zu Haus!
Klänge aus der Kinderwelt, Heft II
by (Karl Gottfried) Wilhelm Taubert (1811 - 1891)
1. Kleiner Jakob  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860), "Kleiner Jakob"
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Researcher for this page: Ferdinando Albeggiani2. Wenn das Kind nicht schlafen will  [sung text not yet checked]
Nun leg' dich und schlaf Wie der Knecht und die Schaf'. Ein Knecht ist kein Graf, Ein Graf ist kein Knecht. Ein Star ist kein Specht, Ein Specht ist kein Star, Ein Flaum ist kein Haar, Ein Haar ist kein Flaum. Ein Strauch ist kein Baum, Ein Baum ist kein Strauch. Ein Wind ist kein Hauch, Ein Hauch ist kein Wind. Ein Ross ist kein Rind, Ein Rind ist kein Ross. Ein Stall ist kein Schloss, Ein Schloss ist kein Stall. Ein Ei ist kein Ball, Ein Ball ist kein Ei. Ein März ist kein Mai, Ein Mai ist kein März. Ein Kopf ist kein Herz, Ein Herz ist kein Kopf. Ein Schwanz ist kein Zopf, Ein Zopf ist kein Schwanz. Ein Strauß ist kein Kranz, Ein Kranz ist kein Strauß. Ein Dach ist kein Haus, Ein Haus ist kein Dach. Ein Strom ist kein Bach, Ein Bach ist kein Strom. Ein Turm ist kein Dom, Ein Dom ist kein Turm. Ein Schneck ist kein Wurm, Ein Wurm ist kein Schneck. Ein Loch ist kein Eck, Ein Eck ist kein Loch. Ein Zaum ist kein Joch, Ein Joch ist kein Zaum. Ein Schlaf ist kein Traum, Ein Traum ist kein Schlaf. Ein Bock ist kein Schaf, Ein Schaf ist kein Bock. Ein Pfahl ist kein Pflock, Ein Pflock ist kein Pfahl. Ein Berg ist kein Tal, Ein Tal ist kein Berg. Ein Ries' ist kein Zwerg, Ein Zwerg ist kein Ries'. Ein Schwert ist kein Spieß, Ein Spieß ist kein Schwert. Ein Rind ist kein Pferd, Ein Pferd ist kein Rind. Ein Greis ist kein Kind, Ein Kind ist kein Greis. Ein Schnee ist kein Eis, Ein Eis ist kein Schnee. Ein Strand ist kein See, Ein See ist kein Strand. Ein Meer ist kein Land, Ein Land ist kein Meer. Ein Schwarm ist kein Heer, Ein Heer ist kein Schwarm. Ein Fuß ist kein Arm, Ein Arm ist kein Fuß. Ein Teich ist kein Fluss, Ein Fluss ist kein Teich. Ein Stamm ist kein Zweig, Ein Zweig ist kein Stamm. Ein Has ist kein Lamm, ein Lamm ist kein Has. Ein Laub ist kein Gras, Ein Gras ist kein Laub. Ein Sand ist kein Staub, Ein Staub ist kein Sand. Ein Sitz ist kein Stand, Ein Stand ist kein Sitz. Ein Pfeil ist kein Blitz, Ein Blitz ist kein Pfeil. Ein Block ist kein Keil, Ein Keil ist kein Block. Ein Hund ist kein Bock, Ein Bock ist kein Hund. Ein Lot ist kein Pfund, Ein Pfund ist kein Lot. Ein Stein ist kein Brot, Ein Brot ist kein Stein. Ein Bier ist kein Wien, Ein Wein ist kein Bier. Ein Dachs ist kein Stier, Ein Stier ist kein Dachs. Ein Schwab ist kein Sachs, Ein Sachs ist kein Schwab. Ein Stock ist kein Stab, Ein Stab ist kein Stock. Ein Frack ist kein Rock, Ein Rock ist kein Frack. Ein Krug ist kein Sack, Ein Sack ist kein Krug. Ein Flachs ist kein Tuch, Ein Tuch ist kein Flachs. Ein Hecht ist kein Lachs, Ein Lachs ist kein Hecht. Ein Graf ist kein Knecht, Ein Knecht ist kein Graf. Nun leg' dich und schlaf'.
Text Authorship:
- by Friedrich Güll (1812 - 1879), "Wenn das Kind nicht schlafen will"
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]3. Vom Bauern und den Tauben  [sung text not yet checked]
Subtitle: Darf's Büble Alles glauben
Darfs Büblein alles glauben. (Auszählspruch beim Fangspiel.) Der Bauer hat ein Taubenhaus, Da [stiegen]1 zwanzig Tauben 'raus; Wie will [er's wieder]2 fangen? Wie kommt er über'n Hügel? Er hat ja keine Flügel, Wie will [er's wieder]2 fangen? Der Bauer denkt, sie warten dort. [Und]3 kommt er hin, husch, sind sie fort, Und lassen sich nicht fangen. Das Bäuerlein muss schnaufen Entsetzlich von dem Laufen, Und kann sie doch nicht fangen. O Bäuerlein, geh' nur nach Haus, Sonst lachen dich die Tauben aus, Die [sich nicht lassen]3 fangen. Sie sind daheim und zupfen Die Federn sich und hupfen Auf einer langen Stangen.
Text Authorship:
- by Friedrich Güll (1812 - 1879), "Vom Bauern und den Tauben", appears in Kinderheimath in Liedern
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View original text (without footnotes)1 Abt, Graben-Hoffmann: "fliegen"
2 Abt, Graben-Hoffmann: "er s'wieder"
3 Graben-Hoffmann: "Doch"
4 Abt: "lassen sich nicht"
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler
4. Horch, mein Schätzchen  [sung text not yet checked]
Guten Morgen, ihr fleißigen Mädlein! Habt ihr gesprochen euer Gebetlein, So gebt auch einem armen, armen Schlucker Etwas von eurem Kaffee und Zucker. Guten Tag, ihr fleißigen Mädlein, Die ihr drillt und drollt euer Rädlein! Es sitzt vor dem Fenster ein alter und ein junger Spatz, die haben einen großen Hunger. Grüß euch Gott, ihr fleißigen Mädlein! Guten Appetit zu eurem Brätlein, Wir wollen euch nur kürzlich ansagen: Wir haben auch einen leeren Magen. Guten Tag, ihr fleißigen Mädlein! Ei, wie hispelt und haspelt ihr euer Fädlein. Wir haben wohl einen braunen Kittel, Aber zum Schnippen und Schnappen kein Mittel. Guten Abend, ihr fleißigen Mädlein! Ei, wie nädelt und fädelt ihr euer Nähtlein, Macht nur ein warmes Röcklein und ein Söcklein, Und gebt uns ein gutes übriges Bröcklein. Gute Nacht, ihr fleißigen Mädlein! Es dustert im Städlein, schließt euer Lädlein, Und schlaft und schlummert, und träumet bis morgen, Dann mögt ihr wieder auf's Spätzlein horchen.
Text Authorship:
- by Friedrich Güll (1812 - 1879), "Horch, mein Schätzchen, wie das Spätzchen vor dem Fenster bittelt und bettelt"
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]5. Der Vöglein Abschied  [sung text not yet checked]
Wer klappert am Dache, mein Kindlein? horch, horch! Ade, lieber Bauer, so rufet der Storch. Ade denn, du Dorf und ihr fleissigen Leut', Ihr Wiesen, ihr Sümpfe, wir scheiden ja heut'! Gott segne das Hüttchen, auf dem wir gewohnt. Er lass' es von Feuer und Stürmen verschont! Wenn lauer im Frühling die Lüfte dann wehen, Dann gibt es ein freudiges Wiedersehn. Ade, ade, ade! Vom Bache noch einmal trinkt Nachtigall schnell. Ade, liebe Fluren, so singet sie hell. Ihr habt mich erquicket mit Speise und Trank, Ich hab's euch gedanket mit schmetterndem Sang. Nun seid ihr ermüdet, wollt schlafen auch gern. O möget im Lenze ihr wonnig erstehn! Wir Vöglein, wir können so lange nicht warten, Gott schirme indessen den schlummernden Garten. Ade, ade, ade! Zum Fenster noch einmal blickt's Schwälbchen hinein: Ade, liebe Kinder, geschieden muss sein! Ich hatte mein Nest an dem Fenster gebaut, Ihr habet mit Freuden die Kleinen geschaut, Und gern auf mein Zwitschern des Morgens gehört. Ihr habet mir nimmer den Frieden gestört. Drum möge auch euch in Freund und Gefahren Der Himmel die liebenden Eltern bewahren! Ade, ade, ade!
Text Authorship:
- by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891)
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Guest Editor]6. Vom Maienkäferlein  [sung text not yet checked]
Die Mutter spricht zum Kleinen: Sag mir, du [Siebschläferlein]1: Wie träumt das Maienkäferlein? Mum, mum! Wie lacht das Maienkäferlein? Hum, hum! Wie spricht das Maienkäferlein? Rum, rum! Wie singt das Maienkäferlein? Sum, sum! Wie zankt das Maienkäferlein? Brum, brum!
Text Authorship:
- by Friedrich Güll (1812 - 1879), "Siebenschläferlein", appears in Kinderheimath in Liedern
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View original text (without footnotes)Confirmed with Friedrich Güll, Kinderheimath in Liedern. Volksausgabe: Drei Gaben in einem Band, Güntersloh: C. Bertelsmann, 1875, page 215.
1 Taubert: "Siebenschläferlein" ; further changes may exist not shown above.Researcher for this page: Melanie Trumbull
7. Wiegenlied
Kommt gezogen, Kleine Vögel, kommt geflogen, Deckt mit euren leichten Schwingen Meines Kindleins Augen zu. Helft mir singen Und mein Kind in Schlummer bringen: Schlaf in Ruh! lu, lu, lu, lu, lu. Weht ihr holden Düfte bunter Blumendolden, Wehe, Blütenduft der Linde, Meines Kindleins Augen zu! Abendwinde, Flüstert leise meinem Kinde: Schlaf in Ruh! lu, lu, lu, lu, lu.
Text Authorship:
- by Wilhelm Wackernagel (1806 - 1869), "Wiegenlied"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Lullaby", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
8. Schlittenfahrt  [sung text not yet checked]
[Die]1 Schellen klingen hell und rein, Kling ling. Die Peitsche knallet lustig drein, Kling ling. Wie weht so scharf der kalte Wind! Hallo! Wie saust der Schütten hin geschwind! Hallo! Was springt dort auf vom Schall erschreckt? O je! Ein Häschen ist's, lag tief versteckt Im Schnee. Nun läuft es fort so schnell es kann, Es fürchtet wol den Jägersmann, O je! Es singt im Wald kein Vogel mehr So froh! Nur Krähen krächzen um uns her, Kro, kro! Der Winter macht uns wohlgemuth, Ob er's wol auch den Vögeln thut So froh? Der Baum ist kahl, dem Thier ist kalt, Doch da! Gäb's nur im Lenz noch Schlittenbahn, Wir wünschten auch den Lenz heran. Ja, ja!
Text Authorship:
- by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891), "Schlittenfahrt"
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View original text (without footnotes)1 omitted by Taubert; further changes may exist not shown above.
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
9. Trommellied
Tom to tom tom! Ich bin der beste Trommler im ganzen Lande hier, ich schlage meinen Wirbel wie ein Grenadier. Tom to tom tom! Ihr Kinder, kommt rasch zum Marschieren heran, ich geh' mit der Trommel dem Zuge voran! Tom to tom tom! Haltet Schritt, haltet Tritt, geht fest und g'rad. Wer der Trommel folgt, ist der beste Soldat. Trrr tom trrr tom. Nun halt! Gewehr an! Präsentiert das Gewehr! Dort kommt soeben ein Leutnant her! Trom, trom trom! Habt ihr's geseh'n? Er hat uns salutiert! D'rum frisch, Kameraden, jetzt weiter marschiert! Tom tom tromto tom!
Text Authorship:
- by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891)
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Researcher for this page: Johann Winkler10. Katze und Hund  [sung text not yet checked]
„Liebes Kätzchen, glatt und munter, Komm herunter!“ „Hündchen, dir nützt nichts dein Loben, Ich bleib' oben.“ „Liebes Kätzchen in den Blättern, Ich kann klettern.“ „Ich bleib' ruhig auf dem Zweige - Nun so steige!“ Wau, wau! - Miau! „Kätzchen, sei nicht ungesellig - Sieh, sonst bell' ich!“ „Bell', da du ein Schalk und Dieb bist, Wie dir's lieb ist!“ „Wo ich sonst dich kann entdecken, Sollst du's schmecken!“ „Wo ich sonst dir kann entgehen, Sollst du's sehen!“ Wau, wau! - Miau! „Werd' dich schon 'mal an mich reißen, Und dich beißen.“ „Werd' dir zeigen schon die Tatzen Und dich kratzen.“ „Kätzchen, du auf hohem Zweige! Pfui, wie feige!“ „Hündchen, laß dein Schmäh'n und Toben, Ich bleib' oben!“ Wau, wau! - Miau!
Text Authorship:
- by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891)
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Researcher for this page: Johann Winkler11. Die traurige Geschichte vom dummen Hänschen  [sung text not yet checked]
Hänschen will ein Tischler werden, Ist zu schwer der Hobel, Schornsteinfeger will er werden, Doch das ist nicht nobel, Hänschen will ein Bergmann werden, Mag sich doch nicht bücken, Hänschen will ein Müller werden, Doch die Säcke drücken, Hänschen will ein Weber werden, Doch das Garn zerreißt er: Immer wenn er kaum begonnen, Jagt ihn fort der Meister. Hänschen, Hänschen, denke d'ran, Was aus dir noch werden kann. Hänschen will ein Schloßer werden, Sind zu heiß die Kohlen, Hänschen will ein Schuster werden, Sind zu hart die Sohlen, Hänschen will ein Schneider werden, Doch die Nadeln stechen, Hänschen will ein Glaser werden, Doch die Scheiben brechen. Hänschen will Buchbinder werden, Riecht zu sehr die Kleister: Immer wenn er kaum begonnen, Jagt ihn fort der Meister. Hänschen, Hänschen, denke d'ran, Was aus dir noch werden kann. Hänschen hat noch viel begonnen, Brachte nichts zu Ende; Drüber ist die Zeit verronnen, Schwach sind seine Hände. Hänschen ist [nun]1 Hans geworden, Und er sitzt voll Sorgen, Hungert, bettelt, weint und klaget Abends und am Morgen: "[Ach, warum nicht war]2 ich Dummer In der Jugend fleißig? Was ich immer auch [beginne]3 -- Dummer Hans [nur]4 heiß' ich. Ach, nun glaub' ich selbst daran, Daß aus mir nichts werden kann!"
Text Authorship:
- by Rudolf Löwenstein (1819 - 1891), "Die traurige Geschichte von dummen Hänschen", appears in Der Kindergarten, Berlin: T. Trautwein'sche Buch- und Musikhandlung, first published 1846
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View original text (without footnotes)Confirmed with Der Kindergarten. Gedichte von Rudolf Löwenstein, Berlin: T. Trautwein'sche Buch- und Musikhandlung, 1846.
1 Graben-Hoffmann: "ein"2 Graben-Hoffmann: "Warum war ich nicht,"
3 Graben-Hoffmann: "begonnen"
4 Graben-Hoffmann: "doch"
Research team for this page: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull , Johann Winkler
12. Butzemann
Es tanzt ein Butzemann In unserm Haus herum di dum, Er rüttelt sich, er schüttelt sich, Er wirft sein Säckchen hinter sich, Es tanzt ein Butzemann In unseren Haus herum.
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , appears in Des Knaben Wunderhorn
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